Presseinformation
Erstmals seit der Einweihung des Felix-Nussbaum-Hauses in Osnabrück ist seit dem 21. März die mit 160 Exponaten weltweit größte Sammlung von Gemälden und Zeichnungen des Osnabrücker Malers Felix Nussbaum zu sehen. Dr. Michael Naumann, Staatsminister der Kultur, eröffnete die Ausstellung "Felix Nussbaum - Die Sammlung". Bei einem Besuch in Osnabrück im vergangenen September zeigte sich Naumann zutiefst beeindruckt von den eindringlichen Arbeiten des jüdischen Malers, der 1904 in Osnabrück geboren und 1944 in Auschwitz ermordet wurde.
Zur Präsentation der Ausstellung wird das um 1933 entstandene Gemälde "Begräbnis (Drehorgelspieler)", das die Niedersächsische Sparkassenstiftung 1995 auf einer Kunstauktion in Tel Aviv ersteigerte, dem Kulturgeschichtlichen Museum Osnabrück/Felix-Nussbaum-Haus als Dauerleihgabe übergeben. Das bis Mitte der neunziger Jahre unbekannte Gemälde wird zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Das Werk zählt mit seinem Format von 80,5 x 100 cm zu den größten Bildern Nussbaums und gehört zu den bedeutendsten Ergänzungen der Nussbaum-Sammlung der letzten Jahre. Es setzt sich wie "Der tolle Platz" satirisch mit der Kunstauffassung der Berliner Akademie zu Beginn der dreißiger Jahre auseinander.
Die Daueraustellung, die durch wichtige Leihgaben aus Privatbesitz ergänzt wird, spiegelt in den verschiedenen Räumen die Lebens- und Schaffensphasen Nussbaums wider. Die einzelnen Elemente der Architektur des eigenwilligen Ausstellungsgebäudes - das erste eröffnete Museum des renommierten amerikanischen Architekten Daniel Libeskind - beziehen sich auf die Lebensstationen Nussbaums: von seiner Kindheit und Jugend in Osnabrück über das Leben als jüdischer Exilant im europäischen Ausland bis zu seinen letzten Jahren im Brüsseler Versteck. Die Bilder treten mit der Architektur des dekonstruktivistischen Bauwerks in einen Dialog.
Parallel zur Dauerausstellung wird im Kulturgeschichtlichen Museum Osnabrück die Ausstellung "Internationale Sprachen der Kunst" Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen der Klassischen Moderne aus der Sammlung Hoh gezeigt, die bis zum 30. Mai zu sehen ist. Wie Felix Nussbaum gehörten die vorgestellten Persönlichkeiten wie Lyonel Feininger, Albert Gleizes, Alexej von Jawlensky, Ernst-Ludwig Kirchner oder Ossip Zadkine zu den Künstlern der verschollenen Generation. Diese Ausstellung fügt sich in das Konzept des Kulturgeschichtlichen Museums Osnabrück/Felix-Nussbaum-Hauses ein, Wechselausstellungen von verschollenen und verfemten Künstlern aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu präsentieren.
Eigentümerin des größten Teils der Osnabrücker Nussbaum-Sammlung ist die Niedersächsische Sparkassenstiftung. Sie erwarb die Werke, um gemeinsam mit der Stadt Osnabrück das Erbe des Malers für die Nachwelt zu erhalten.
Das Oeuvre des in Osnabrück geborenen und in Auschwitz ermordeten Künstlers qualifizierte das Bundesministerium des Innern 1993 als ein "Werk von nationaler Bedeutung", es erhielt den Status eines zu schützenden nationalen Kulturgutes.
Öffnungszeiten: Di-So 11 bis 18 Uhr, Fr 11 bis 20 Uhr
Felix-Nussbaum-Haus, Lotter Str. 2, 49078 Osnabrück
Information:
Inge Jaehner, Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück/ Felix-Nussbaum-Haus, Lotter Str.2, 49078 Osnabrück, Tel. 0541/323-2209, Fax +323-2739
oder
Heiko Mitlewski, Amt für Kultur und Museen der Stadt Osnabrück, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Dominikanerkloster, 49076 Osnabrück, Tel. 0541/323-3045, Fax +323-2743
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Letzte Änderung: 6.5.1999 |